Ob bei Bewerbungsgesprächen, der mündlichen Abiturprüfung oder auch nur beim Umtausch einer falsch gekauften Ware: Ohne ein starkes Auftreten kann oft nur wenig erreicht werden. Hier ist frühe Unterstützung notwendig.
Schulpsychologen und -pädagogen werden heute immer mehr gesucht: Klassenkämpfe, Mobbing oder auch Schlägereien sind an Schulen heute oft häufig an der Tagesordnung, besonders in sozialen Brennpunkten. Oft wird nur kläglich versucht, die Streitenden zu versöhnen oder einen Kompromiss zu finden, da entweder Geld oder Zeit zu intensiver Arbeit mit den Schülern fehlt. Besonders die Opfer werden mit ihren Problemen häufig alleingelassen, werden eventuell lediglich einige Stunden betreut, eine nachhaltige Änderung der Situation ist jedoch selten der Fall. Es gibt hier aber häufig nur eine Möglichkeit: Schüler, noch bevor sie Opfer werden, müssen Durchsetzungsfähigkeit und Selbstvertrauen lernen, um gewappnet zu sein für alle Eventualitäten. Hierfür werden nun auch vermehrt Gelder eingesetzt, um schon im Vorfeld Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Hier gilt das Motto: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
In Grundschulen werden beispielsweise Selbstverteidigungskurse eingesetzt, häufig werden diese auch in den Sportunterricht integriert. In der Klassengemeinschaft selbst kommt es hier noch selten zu Problemen, daher werden mit Einverständnis der Eltern Strategien vermittelt, um sich besonders gegen Fremde zur Wehr zu setzen. In weiterführenden Schulen sind schon seit Längerem Streitschlichtungsprogramme aktiv. Diese sind von Schülern, die bestimmte Seminare zur Konfliktlösung besucht und weiter speziell ausgebildet werden, organisiert und haben das Ziel, zwischen den Streitenden auf friedlicher Basis zu vermitteln. Beispielsweise werden Gegenüberstellungen der gegenseitigen Anschuldigungen und Wünsche eingesetzt. An einem niedrigen Selbstwertgefühl, das mitunter durch die Pubertät noch in der Tendenz verstärkt wird, ändern diese Programme häufig jedoch wenig. Hier sind vor allem Programme vonnöten, die das Thema direkt ansprechen, auch Übungen mit den Schülern beinhalten und so einen persönlichen Raum schaffen. Dafür ist insbesondere jedoch die Bereitschaft der Lehrer von ihrem Lehrplan abzuweichen sowie auch die der Schüler zur Mitarbeit vonnöten. Außerdem wird angezweifelt, wie stark die Vermittlungsfunktion der Schule in diesem Thema greift.
13. Juli 2010